Grußwort Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Schubert

Grußworte des wissenschaftlichen Leiters – psychologischer Bereich

Sehr geehrte Teilnehmer an der bundesweit offenen Fortbildungsveranstaltung für Mediziner, Psychologen, Psychotherapeuten, ‚Führungskräfte, Mitarbeiter von Behörden, Kraftfahreignungsberater (KFB) und Juristen

In dieser Veranstaltung sollen diverse, rund um die Fahreignungsbegutachtung – eben nicht nur MPU – vorhandene Themenkomplexe erörtert werden.

Dies schließt auch einen wissenschaftlichen Diskurs ein, der an der Kraftfahreignungsberatung im Sinne der Ausführungen im Arbeitskreis V des Verkehrsgerichtstages 2014 zu dem Themenkomplex „Fahreignung und MPU“  Interessierten.

In den Empfehlungen des AK V wird unter der Nr. 3 ausgeführt: „Die Qualifikation von Personen, die zur Vorbereitung auf die MPU tätig sind, bedarf einer gesetzlichen Regelung. So wird es den Betroffenen erleichtert, seriöse Anbieter zu finden.“

Die Formulierung regt die Regelung der Qualifikation von Personen – im Sinne persönlicher Zertifizierungen – an, ist aber in dieser Form auf keinen spezifischen Berufsstand festgelegt.

Ich freue mich, dass die Fachdisziplinen und Kollegen, die zu diesem Themenkomplex einen Beitrag leisten können und wollen, hier ergebnisoffen die Möglichkeiten einer kooperativen und vielleicht interdisziplinären Zusammenarbeit ausloten möchten.

Der Königsweg für eine qualifizierte Kraftfahreignungsberatung liegt aus meiner Sicht in der Erstellung wissenschaftlich begründeter inhaltlicher Anforderungsprofile, um daraus ein Curriculum für die Fortbildung von „Kraftfahreignungsberatern“ zu erstellen.

Hierzu gehören im weiteren Sinne zunächst die verkehrspsychologischen und verkehrsmedizinischen Kompetenzen, die die toxikologischen Aspekte einschließen.

Zu den durch die Verkehrspsychologen wahrzunehmenden Themenkomplexen hat die DGVP ihr Positionspapier Nr. 01/2015 erarbeitet mit dem Titel „Die verkehrspsychologische Fahreignungsberatung und fahreignungsfördernde Interventionsangebote“.

Aber auch die Kenntnisse und Kompetenzen der Suchttherapeuten und der Verkehrspädagogen sind für die Kraftfahreignungsberatung wichtig. Die „Kraftfahreignungsberatung“ umfasst mehr, als ausschließlich verkehrspsychologische Aspekte, weshalb es notwendig ist, dass auch die anderen Bereiche ihre Anforderungsprofile formulieren und ihre wissenschaftlichen Vorstellungen sowie Kompetenzen in die Diskussion im Sinne einer qualifizierten Beratung und dem Verbraucherschutz einbringen.

Mein Dank gilt der Initiative des VDK und der DGVM, die die Plattform bieten, um auf diesem Symposium den erforderlichen wissenschaftlichen Meinungsstreit führen zu können.

Ich wünsche der Veranstaltung einen erfolgreichen Verlauf.

Wolfgang Schubert

Dipl.-Psych, Prof. Dr. rer. nat., Prof. h. c. (MIREA)

Universität zu Köln

Department of Psychologie,

Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Schubert