Grußworte des Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM) Prof. Dr. med. R. Mattern

Liebe Interessenten einer qualifizierten Kraftfahreignungsberatung,

Die Beratung von Patienten über Auswirkungen von Krankheiten und Arzneimitteln auf Fahrsicherheit und Fahreignung gehört zu den selbstverständlichen Pflichten jedes behandelnden Arztes – das hat der Ärztetag zuletzt 2014 wieder betont.

Deshalb entschloss sich der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin rasch zur wissenschaftlichen Unterstützung, als die Initiative des VDK zu dem Symposium am 14.11.15 bekannt wurde.

Ärztekammern haben dieses Thema bisher nicht angeboten Dies wäre aber notwendig, weil Ärzte kaum ohne Fortbildung wissen werden, worauf es ankommt. Denn der Erfolg der Beratung für eine Begutachtung hängt wesentlich von einigen Voraussetzungen ab, die nicht allgemein bekannt sind: Z.B. von der Detailkenntnis ausdifferenzierter, teilweise auch in der Kritik stehender Begutachtungsleitlinien und Beurteilungskriterien, weiter von zahlreichen formalen Voraussetzungen.

Eine akademische Ausbildung ist kein Garant für eine qualifizierte Beratung – denn kaum ein Fach thematisiert Kraftfahreignungsberatung in hinreichendem Maß. Es kommt auf erlernbares spezielles Wissen um Kriterien und Methoden, auf Erfahrung und Engagement des Beraters, aber auch auf seine Fähigkeit und Bereitschaft an, Menschen zu überzeugen und zu motivieren.

Engagierte Fahrlehrer haben mehr Erfahrung als z.B. Psychologen und Ärzte in der Ausbildung zum sicheren Fahren. Deshalb bringen sie besondere Voraussetzungen mit, nach geeigneter Weiterbildung allein oder – je Fallgestaltung – in konsiliarischer Kooperation mit anderen Fachdisziplinen Kraftfahrer zu beraten, deren Eignung in Zweifel steht oder die als „nicht geeignet“ klassifiziert wurden.

Fachdisziplinen, die glauben, zur Eignungsberatung beitragen zu können, sollten zusammenarbeiten, um Kriterien für eine geeignete Weiter- und Fortbildung aber auch eine Prüfung für Kraftfahreignungsberater gleich welcher Herkunft zu entwickeln. Diese Zusammenarbeit sollte sich auch auf die Evaluierung des Beratungserfolgs bei der Begutachtung der Fahreignung, auf die Überprüfung der Qualität dieser Begutachtung und die spätere Verkehrsbewährung erstrecken.

Das Symposium des VDK ist ein erster Schritt auf diesem Weg. Es verdient besondere Anerkennung, nachdem die Qualität bei der Kraftfahreignungsberatung und eine geregelte Fortbildung schon im Januar 2014 auf dem Verkehrsgerichtstag gefordert worden waren.

Prof. Dr. med. Rainer Mattern